Reparaturführer – Reparieren statt wegwerfen 

Der Abfallwirtschaftsbetrieb Tübingen (AWB) hat seinen Reparaturführer neu aufgelegt und nun online gestellt. Rund 50 Firmen, die im Landkreis Tübingen Reparaturen anbieten und teilweise auch Geräte verleihen, sind im Reparaturführer aufgeführt. Außer Elektro- und Elektronikfirmen, Schuhmachern, Fahrradwerkstätten und vielen anderen findet man auch Firmen, an die man vielleicht gar nicht denkt. Oder wussten Sie, dass man Orientteppiche, Korbmöbel oder Golf-Caddys im Kreis Tübingen reparieren lassen kann?

„Reparieren statt wegwerfen“ scheint ein ganz neues Thema zu sein, brandaktuell im Hinblick auf Klimakrise und Ressourcenschutz. Doch schon 1996 wurde die Broschüre „reparieren statt wegwerfen“ das erste Mal von der Abfallberatung des Landkreises Tübingen herausgegeben, 2004 ging der Reparaturführer dann online!

Außer dem aktualisierten Reparaturführer sind hier auf der Homepage unter der Rubrik „Vermeiden/Reparieren und Leihen“ auch Reparaturcafés im Landkreis Tübingen aufgelistet. Zudem lässt sich unter dem Stichwort „Vermeiden“ noch viel mehr entdecken, zum Beispiel Second-Hand– und Unverpackt-Läden, Umsonstläden, Hausratverwerter und Händler von Gebrauchtwaren.

Eine weiteren Beitrag zum “Vermeiden von Abfällen” bietet die Gebrauchtwarenbörse in unserer Rubrik “Services”. Sie ist eine Online-Verschenk-Börse, die alle nutzen können, die etwas Gebrauchtes suchen oder zu verschenken haben.

FAQs: Biotonne im Landkreis Tübingen

Bioabfälle sind biologisch abbaubare Abfälle pflanzlicher oder tierischer Herkunft, beispielsweise Küchen- oder Gartenabfälle. Zur Sammlung von Bioabfällen steht im Landkreis Tübingen (LK TÜ) die grüne Biotonne im Hol-System flächendeckend zur Verfügung. Ergänzt wird die Biotonne durch einen bei den Gemeindeverwaltungen erhältlichen „Laubsack“. Über diesen können unregelmäßig anfallende Mehrmengen an Bioabfall gemeinsam mit der Biotonne entsorgt werden. Zusätzlich können Grünabfälle auch über ein Bring-System (Häckselplätze, Wertstoffhof) oder im Rahmen der zweimal jährlich stattfindenden Häckselgutabfuhr erfasst und verwertet werden. Sämtliche Sammeltermine können unserem Online-Kalender entnommen werden. Im nachfolgenden Bericht möchten wir Ihnen Hinweise und Fakten zur Biotonne im LK TÜ präsentieren.

FAQs im Überblick

Wie viel kostet die Biotonne eigentlich?

  • Folgende Biotonnen-Größen werden angeboten: 40, 60, 80, 120, 240 L mit einer Behälterjahresgebühr zwischen 50-300 €
  • Die Abfuhr der Biotonne findet 14-tägig statt und im Zeitraum von Juni bis September wöchentlich. Folglich werden über 30 Leerungen pro Jahr über die Jahresgebühr abgedeckt. Mit anderen Worten, ein Volumen von 1.200-7.200 L an Bioabfällen lässt sich über die Biotonne entsorgen
  • Bei 30 Jahresleerungen ergibt dies je nach Behältergröße Kosten zwischen 1-8 € je Leerung
  • Die genauen Gebühren zu Ihrer Biotonne und den anderen Müllarten erhalten Sie auf unserer Website: Privathaushalte, Gewerbebetriebe

Wie werden unsere Biotonnen-Abfälle verwertet?

Im LK TÜ werden alle über die Biotonne gesammelten Bioabfälle stofflich über die Kompostierungsanlagen und/oder über Biogasanlagen in Pfaffenhofen, Singen, Amtzell, Deißlingen und Freudenstadt verwertet. Das bedeutet wiederum, dass sämtliche Bioabfälle auch wieder als Kompost bzw. Dünger rückgeführt werden, vorrangig in die Landwirtschaft. Mit anderen Worten: Schlechte Bioabfallqualitäten wirken sich vor allem negativ auf uns und unsere Umwelt aus.

Trotz verschiedener Aufbereitungsverfahren an den Verwertungsanlagen, ist die sortenreine Sammlung von Bioabfällen (direkt in den Haushalten) daher von entscheidender Bedeutung. Insbesondere kleinste Plastikpartikel (sogenanntes Mikroplastik) sind problematisch. Diese entstehen unter anderem auch dadurch, dass größere Plastikpartikel im Rahmen der Bioabfallaufbereitung weiterzerkleinert werden. Bitte achten Sie daher darauf, dass kein Plastik in die Biotonne gelangt.

Abb. 1: Bioabfälle aus dem Landkreis Tübingen und erfasste Störstoffe.

Darf ich Bioplastik (z.B. kompostierbare Beutel) über die Biotonne entsorgen?

Hierauf antworten wir mit einem klaren „Jein“.

Als zunehmend problematisch sind vermeintlich kompostierbare Produkte oder Tüten auf Basis von Bioplastik zu sehen. Diese Produkte sind nicht einheitlich definiert und es existiert eine Vielzahl von Normen, ab wann bzw. unter welchen Voraussetzungen ein Produkt als „Bio“ bezeichnet werden darf. Fakt ist, dass die momentan auch politisch stark diskutierten biologisch-abbaubaren bzw. kompostierbaren Bioplastik-Beutel zur Sammlung von Bioabfällen an den Verwertungsanlagen einerseits zu Problemen in den Prozessen führen. Andererseits ist die Kompostierbarkeit der Biobeutel oftmals nur unter Laborbedingungen (also genormten Bedingungen), nicht aber in Praxisanlagen oder gar in der Heimkompostierung, möglich. Zweifellos, Biobeutel zur Sammlung von Bioabfällen weisen Vorteile auf – beispielsweise hygienische Aspekte oder auch bei Frost (siehe Frostsack).

Die Verwendung zertifizierter biobasierter, biologisch abbaubarer oder kompostierbarer Beutel ist auch weiterhin im LK TÜ erlaubt (unsere Beutel sind nach DIN EN 13432 zertifiziert und mit dem Keimling-Symbol gekennzeichnet). Dennoch empfehlen wir aus oben genannten Gründen auf die Verwendung von Bioplastik-Beuteln zu verzichten und stattdessen Papiertüten zu verwenden (z.B. auch Papiertüten mit einer Wachsbeschichtung).

Wie viele Biotonnen sind im Landkreis Tübingen im Einsatz?

Derzeit werden im LK TÜ über 30.500 Biotonnen genutzt und durch die zuständigen Entsorgungsfirmen geleert. Auf die Stadt Tübingen (inkl. der Teilorte) entfallen hiervon insg. über 10.600 Biotonnen (35 %). Bei einer typischen Tagesroute werden ca. 1.000 Biotonnen geleert. Zwei Drittel aller Biotonnen des LK TÜ weisen ein Volumen von 40-60 L auf.


Abb. 2: Anzahl und Volumina der Biotonnen im Landkreis Tübingen

Welche Abfallmengen entstehen überhaupt bei uns im Landkreis Tübingen?

1993 wurde die Biotonne im LK TÜ eingeführt. Seither nimmt die über die Biotonne erfasste Abfallmenge stetig zu (Abb. 3). Im Jahr 2020 wurden im LK TÜ insgesamt ca. 10.300 t Biotonne-Abfälle erfasst und der Verwertung (Vergärung, Kompostierung) zugeführt. Auch 2021 setzte sich dieser Trend fort und die Menge an Biotonnen-Abfällen stieg nach aktuellsten Zahlen auf 10.500 t an. Steigende Mengen an Biotonnen-Abfällen gehen in der Regel Hand in Hand mit sinkenden Mengen an Restmüll. Dennoch: Eine aktuelle Hausmüllanalyse[1] für verschiedene Regionen in Deutschland hat gezeigt, dass eine immer noch zu große Menge an Bioabfällen im Restmüll verbleiben. Demnach könnten bis zu 40% des anfallenden Restmülls über die Biotonne entsorgt werden. Für den LK TÜ liegt derzeit keine aktuelle Restmüll-Analyse vor. Dennoch ist davon auszugehen, dass auch in unserem Landkreis die Menge an Biotonnen-Abfällen gesteigert bzw. die Restmüll-Menge weiter reduziert werden kann.

Abb. 3: Im Landkreis Tübingen erfasste Abfallmengen an Rest- und Biomüll (Biotonne) sowie Grünabfällen.

[1] Dornbusch et al. (2020). Vergleichende Analyse von Siedlungsabfällen aus repräsentativen Regionen in Deutschland zur Bestimmung des Anteils an Problemstoffen und verwertbaren Materialien. Umweltbundesamt (Hrsg.). Dessau-Roßlau. Abrufbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/vergleichende-analyse-von-siedlungsrestabfaellen (letzter Zugriff 03.03.2022).

Unterrichtsmaterialien zum kostenlosen Verleih

Interessierten Kindergärten und Schulklassen können wir verschiedene Umweltbildungsangebote rund um die Themen Abfallvermeidung, -trennung und -verwertung anbieten. Die kostenlos ausleihbaren Abfall-Infokisten beinhalten verschiedene Sachbücher, Broschüren, Spiele, Filme und Lehrmaterialien zu den jeweils adressierten Themen. Zu den folgenden Themen werden derzeit insgesamt sechs Infokisten angeboten, die für die Planung und Durchführung von Lerneinheiten verwendet werden können:

    • Abfall (jeweils für Kindergarten & Grundschule)
    • Kompost
    • Papier
    • Handy
    • Kunststoff-Verpackungen

Zusätzlich zu den Infokisten, kann auch eine Papierwerkstatt zur Herstellung von Recyclingpapier (Papierschöpfen) ausgeliehen werden.

Hier finden Sie weitere Informationen zu den Infokisten und der Papierwerkstatt.

Bei Rückfragen zu den Angeboten des Abfallwirtschaftsbetriebs Tübingen oder bei Interesse an einer Buchung, wenden Sie sich bitte direkt an die Abfallberatung des Abfallwirtschaftsbetriebs Tübingen (Tel.: 07071-207-1310 oder awb@kreis-tuebingen.de).

Mitteilung

Das Landratsamt Tübingen und seine Außenstellen haben für den Publikumsverkehr geöffnet. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin für Ihr Anliegen. Das Tragen eines Mund-/Nasenschutzes ist nicht verpflichtend und obliegt Ihrer Eigenverantwortung. Alle weiteren Informationen finden Sie unter www.kreis-tuebingen.de

Sollte sich die Situation bei der Müllabfuhr coronabedingt verschärfen, gibt es klare Regeln: Die Kernaufgaben haben Vorrang. Entsprechend wird priorisiert, welche Aufgaben mit Blick auf den Schutz der Bevölkerung Vorrang haben. Bei den Abfallarten wird zuerst Bioabfall und Restmüll, dann Papier und schließlich Sperrmüll, Holzmöbel und Häckselgut abgefahren. Sobald sich die Situation entschärft hat, werden wir Lösungen anbieten, um nicht durchgeführte Abfuhren und Abgabemöglichkeiten anzubieten.

Hier finden Sie Informationen zur Abfallentsorgung in Zeiten häuslicher Quarantäne bei positiv getesteter oder unter Quarantäne gestellter Personen in privaten Haushalten und vergleichbaren Anfallstellen.

Abfallbehälter An- und Abmelden können Sie über den Zugang zu den Bürgerdiensten, über unsere Onlineanmeldung oder telefonisch bei Ihrer Sachbearbeiterin.

Bei Reklamationen zur Müllabfuhr erreichen Sie uns telefonisch unter der Telefonnummer 07071/207-1313 oder über unser Kontaktformular.

Unsere Abfallberatung erreichen Sie wie gewohnt unter der 07071/207-1310 bis 1315.

Wir bitten hier um Nachsicht für die Maßnahmen und bedanken uns im Voraus für Ihr Verständnis.

Lass los – auch wenn es wehtut. Entsorge deinen E-Schrott jetzt!

Mehr als 20 Kilogramm Elektroschrott fallen allein in Deutschland pro Person im Jahr an, bestehend aus alten Handys, PCs, Kühlschränken und vielem mehr. Bei 83 Millionen Menschen ist das ein riesiger Müllberg, den wir entsorgen müssen. Beim Sammeln und richtigen Entsorgen von Elektro-Altgeräten müssen alle mitmachen, denn ein großes Problem besteht im Horten von Altgeräten – so lagern bspw. in den Kellern und Schubläden der deutschen Bevölkerung schätzungsweise 200 Millionen Alt-Handys.

Dazu sagt die ehemalige Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Kaputte Elektrogeräte sind ein echter Schatz. Sie enthalten Rohstoffe, die in neuen Geräten gute Dienste leisten können. Metalle und Seltene Erden, die wir aus Elektroaltgeräten gewinnen, müssen nicht am anderen Ende der Welt aus der Erde gebaggert werden. Je mehr Elektroaltgeräte gesammelt und Rohstoffe hochwertig recycelt werden, desto besser verhindern wir unumkehrbare Schäden für Mensch und Natur. Ressourcenschutz ist auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen so einfach wie möglich Elektroaltgeräte entsorgen können, z.B. beim Wocheneinkauf. Es gibt bereits viele Rückgabemöglichkeiten bei kommunalen Stellen. Ab Mitte 2022 werden auch bestimmte Supermärkte und Discounter zur Sammelstelle.“

In eine ähnliche Richtung argumentiert Alexander Goldberg, Vorstand der stiftung elektro-altgeräte register (stiftung ear): „Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen wie auch die Wiedergewinnung wertvoller Rohstoffe aus richtig recycelten Elektro-Altgeräten sind elementar für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Abfallvermeidung durch Weiter- bzw. Wiederverwendung noch funktionstüchtiger oder reparierbarer Elektrogeräte ist essenziell; genauso wichtig ist aber eine richtige Sammlung und Entsorgung von Elektrogeräten, wenn diese endgültig Abfall werden.“

Die Generalbevollmächtigte der ear Dr. Andrea Menz erklärt weiter: „Wenn die Geräte nicht mehr benötigt, nicht mehr repariert oder weiterverschenkt werden können, sind sie E-Schrott und sollten korrekt entsorgt werden. Ob auf dem Wertstoffhof oder im Handel – es gibt viele Rückgabemöglichkeiten.“ Jeder und jede kann einen Beitrag für eine nachhaltige Zukunft leisten und dazu gehört auch, sich von den geliebten Altgeräten zu trennen und loszulassen.

(Quelle: Pressemitteilung der “stiftung elektro-altgeräte register” vom 08.11.2021)

Weitere Informationen gibt es unter https://e-schrott-entsorgen.org/.

Über die stiftung ear:
Die stiftung elektro-altgeräte register (stiftung ear) registriert die Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten und koordiniert die Bereitstellung der Sammelbehälter sowie die Abholung der Altgeräte bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern in der Bundesrepublik Deutschland.
Hierfür hat das Umweltbundesamt der stiftung ear hoheitliche Aufgaben aus dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) übertragen.

Plastikverpackungen: Abschied nehmen vom Einweg

Haben Sie schon einmal von einem „Brand Audit“ gehört? Das ist eine Aufräumaktion an einem bestimmten Ort, wo Plastikmüll gesammelt, sortiert und nach Firmen gezählt wird. So lässt sich zeigen, welcher Müll die Umwelt verschmutzt. Durch solche Maßnahmen könne die Aufmerksamkeit öffentlich auf die eigentlich Verantwortlichen der Plastikflut gelenkt werden, auf die Unternehmen nämlich, heißt es in „Pack aus! Plastik, Müll und Ich“, einem kostenlosen Sachbuch der Heinrich-Böll-Stiftung für Menschen ab 12 Jahre.

Im Sommer 2020 sollen fast 15 000 Freiwillige aus Gemeinden, Schulen, Jugendgruppen und Umweltverbänden in 55 Ländern bei 575 Brand Audits mitgemacht haben. Sie haben 346 494 Plastikmüll-Einzelteile gesammelt. Davon waren fast zwei Drittel Lebensmittelverpackungen: vor allem Kaffeebecherdeckel und Portionstütchen für Ketchup oder Ähnliches. Neben 63 972 dieser kleinen Tütchen wurden auch 50 968 Plastikflaschen eingesammelt.

Kein Wunder, denn der Kunststoffverbrauch unter den Lebensmittelverpackungen ist bei Getränken am größten. Das liege vor allem an der Dominanz von PET-Flaschen, besonders im Einwegbereich, heißt es aus dem Forschungsprojekt Innoredux der Stadt Heidelberg. Demnach ist im Zeitraum von 2003 bis 2013 die PET-Flaschen-Quote im Haushaltskonsum sogar gestiegen – von 43 auf 76 Prozent.

Dabei gilt die Recyclingquote in Deutschland als vorbildlich. Sie beziffere aber nur den Beginn des Prozesses, so die Forscher, aber nicht die Frage, ob tatsächlich wieder neue Produkte aus dem recycelten Material hergestellt werden. „Von 5,2 Millionen Tonnen Endverbraucherabfall aus Plastik konnten 2017 nur 15,6 Prozent zu Rezyklat zur Herstellung von Kunststoffprodukten wiederverwendet werden. Der Rest wurde energetisch verwertet oder exportiert.“ Verpackungsvermeidung ist also immer noch der beste Weg, um die Umwelt zu schonen.

Der unverpackte Einkauf ist aber oft eine große Umstellung. Einige stürzen sich mit Eifer aufs neue Einkaufsumfeld, andere fühlen sich überfordert, und manche haben Berührungsängste mit dieser ungewohnten Art des Einkaufens. Daher hat der Unverpackt-Verband einen Leitfaden herausgegeben – ein Handbuch, das alle Fragen rund um das unverpackte Einkaufen beantworten soll. Grob läuft es so: Zunächst den mitgebrachten, leeren Behälter wiegen, das Leergewicht (Tara) notieren, dann je nach Wunsch befüllen und schließlich das Füllgewicht (minus Tara) an der Kasse zahlen. Sollten Sie keinen Unverpackt-Laden in Ihrer Nähe haben, können Sie viele der Tipps auch beim Einkauf im (Bio-)Supermarkt um die Ecke anwenden, heißt es im 50-seitigen Leitfaden.

Den Leitfaden erhalten Sie als PDF unter https://unverpackt-verband.de/assets/files/Leitfaden-unverpacktes-Einkaufen-Doppelseiten-reduziert.pdf
Das Buch Pack aus! Plastik, Müll und ich steht für Sie kostenlos zum Download (88 S.) bereit unter https://www.boell.de/de/pack-aus-plastik-muell-und-ich

Tipps für verpackungsarmes Einkaufen:

1Wiederverwendbare Behälter mitnehmen. Nutzen Sie für Ihren Einkauf Mehrwegtaschen, Stoffbeutel, Einkaufsnetze, Transportboxen etc.

2. Verpackungsarme und -freie Angebote wählen. Kaufen Sie so minimal verpackt wie möglich, z.B. Großgebinde statt Einzelverpackungen. Oder gänzlich unverpackt, z.B. loses Obst und Gemüse; oder Brot gleich in den mitgebrachten Beutel.

3Obst und Gemüse schmecken frisch besser. Eine Plastikhülle schützt zwar so manches Gemüse vor frühzeitigem Verderben und Beschädigung beim Transport. Denn ohne angemessene Verpackung würden z.B. Gurken oder auch Brokkoli schnell viel Wasser verlieren. Doch um Plastik zu reduzieren, sollte man lieber zu unverpackten Gurken greifen, auf Regionalität und Saisonalität achten, auf die richtige Lagerung (ca. 12 Grad) und die Gurke schnell verzehren.

4. Unverpackt ist schön verpackt. Es gibt mittlerweile viele Ladenketten, die bereits ein gutes Angebot an unverpackten Produkten anbieten (z.B. https://www.unverpackt.de/ in Karlsruhe). Bringen Sie einfach Beutel und leere Gefäße mit und fragen Sie nach, ob Sie Produkte wie Käse, Fleisch, Müsli und mehr ohne Plastik in die mitgebrachten Behälter packen dürfen. Hier finden Sie eine deutschlandweite Online-Karte für den plastikfreien Einkauf: https://www.bund.net/themen/chemie/achtung-plastik/plastikfasten/plastikfrei-einkaufen/

5. Machen Sie aus Einweg Mehrweg. Beispiel Brötchentüte: Die können Sie sicherlich noch einmal für die nächsten Schrippen verwenden. Also: Saubere Einwegverpackungen einfach mehrmals nutzen.

6Trinkflasche immer dabei. Für Getränkeverpackungen ist der Kunststoffverbrauch am größten. Das liegt vor allem an der Dominanz der PET-Flaschen, besonders im Einwegbereich. Gute Alternative: Nehmen Sie für unterwegs eine eigene Trinkflasche zum Wiederauffüllen mit.

7Pfand-Rückgabesysteme nutzen. Kaufen Sie Pfand- und Mehrwegprodukte regionaler Systeme, z.B. für Getränke, Joghurtgläser und Milchflaschen. Bringen Sie sie möglichst schnell wieder zurück, um viele Umläufe zu erreichen.

(Artikel aus „Umweltbriefe (Ausgabe 06/2021)“ / Autor: Tim Bartels)

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