Wertstoffhof Dußlingen: Besucherhinweise

Pressemitteilung des ZAV (Zweckverband Abfallverwertung Reutlingen / Tübingen) vom 24.03.2021

Besuch des Wertstoffhofs Dußlingen weiterhin ohne Termin möglich. Wer von der Maskenpflicht befreit ist, muss eine Bescheinigung vorlegen und einen Termin vereinbaren.

Grundsätzlich ist auf dem Wertstoff des Zweckverband Abfallverwertung Reutlingen / Tübingen die Maskenpflicht zu beachten. Vermehrt kommen aber auch Besucher ohne Maske, wodurch andere sich gestört und teils gefährdet fühlen. Vielfach lassen sich direkt vor Ort ärztliche Bescheinigungen oder gesundheitliche Gründe, die von der Maskenpflicht befreien, nicht hinreichend prüfen. Wer künftig ohne Maske auf den Wertstoffhof möchte, muss deshalb vorab einen Besuchstermin beim Zweckverband Abfallverwertung vereinbaren und die Gründe seiner Maskenbefreiung mit einer ärztlichen Bescheinigung nachweisen. Andernfalls wird man abgewiesen. Entsprechendes gilt für die Problemstoffsammelstellen in den Städten und Gemeinden des Landkreises Tübingen. Da bei den jetzt steigenden Temperaturen wieder mit höheren Besucherzahlen und längeren Wartezeiten zu rechnen ist, appelliert der Zweckverband, nur wenn unbedingt nötig den Wertstoffhof aufzusuchen.

Weitere Informationen sind unter Tel. 07072/918850 oder www.zav-rt-tue.de zu erhalten. Termine können per E-Mail über info@zav-rt-tue.de oder per Post mit dem Zweckverband Abfallverwertung, Im Steinig 61, 72144 Dußlingen vereinbart werden.

Mitteilung

Das Landratsamt Tübingen bietet unter Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen einen geregelten Grundbetrieb an. Dies bedeutet, dass das Landratsamt und seine Außenstellen für den Kundenverkehr geöffnet sind. Voraussetzung für den Zutritt ist ein vorab telefonisch vereinbarter Termin mit dem jeweiligen Aufgabenbereich. Die Terminvereinbarungen laufen in der Regel über die jeweiligen Abteilungssekretariate.
 
Eingesetzte Lotsen fragen im Eingangsbereich die Terminvereinbarung ab, so dass ein kontrollierter Zugang zum Haus möglich ist. Die Kundinnen und Kunden werden gebeten, das Haus möglichst mit einer Mundschutzmaske zu betreten. Dafür ist eine sogenannte Alltagsmaske, ein Schal oder Halstuch vollkommen ausreichend. Im Gebäude und in den Außenstellen ist mit den entsprechenden Maßnahmen für die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln gesorgt. Bei Bedarf kann auch vor Ort ein einfacher Mundschutz erworben werden.
  
Die Landkreisverwaltung Tübingen bittet im Sinne der weiterhin gebotenen Kontaktreduzierungen darum, dass für Anliegen, für die nicht zwingend ein persönlicher Termin notwendig ist, weiterhin die Möglichkeit der Erledigung per Telefon oder Email der Vorzug gegeben wird. Daher wird der Abfallwirtschaftsbetrieb dafür Sorge tragen, dass – wo immer die Möglichkeit besteht – Anliegen schriftlich, per E-Mail, Fax oder Telefon bearbeitet werden.

Uns bekannte Änderungen von Abfuhrterminen nehmen wir in unseren Onlinekalender und unserer Abfall-App auf. Zudem finden Sie eine Übersicht dazu unter Terminänderungen.

Über die Schließung der von den Gemeinden betriebenen Häckselplätze entscheiden die jeweiligen Städte und Gemeinden selbstständig. Sofern uns Änderungen der Öffnungszeiten bekannt sind, werden diese auf unserer Homepage und in unserer Abfall-App mit aufgenommen.

Sollte sich die Situation bei der Müllabfuhr verschärfen, gibt es klare Regeln: Die Kernaufgaben haben Vorrang. Entsprechend wird priorisiert, welche Aufgaben mit Blick auf den Schutz der Bevölkerung Vorrang haben. Bei den Abfallarten wird zuerst Bioabfall und Restmüll, dann Papier und schließlich Sperrmüll, Holzmöbel und Häckselgut abgefahren. Sobald sich die Situation entschärft hat, werden wir Lösungen anbieten, um nicht durchgeführte Abfuhren und Abgabemöglichkeiten anzubieten.

Die Sammlung auf Abruf von Sperrmüll, Holzmöbeln, Elektronikgeräte- und Metallschrott finden statt. Hierbei können Sie uns unterstützen. Viele Menschen sind derzeit zu Hause und nutzen diese Zeit um aufzuräumen. Dies zeigt sich schon jetzt an den Mehrmengen an Sperr- und Holzmöbeln, die derzeit bereitgestellt werden und zusätzlich das Abfuhrsystem belasten. Bitte stellen Sie zur Abfuhr nur die Dinge bereit, die nicht zwischengelagert werden können.

Hier finden Sie Informationen zur Abfallentsorgung in Zeiten häuslicher Quarantäne bei positiv getesteter oder unter Quarantäne gestellter Personen in privaten Haushalten und vergleichbaren Anfallstellen.

Abfallbehälter An- und Abmelden können Sie über den Zugang zu den Bürgerdiensten, über unsere Onlineanmeldung oder telefonisch bei Ihrer Sachbearbeiterin.

Bei Reklamationen zur Müllabfuhr erreichen Sie uns telefonisch unter der Telefonnummer 07071/207-1313 oder über unser Kontaktformular.

Unsere Abfallberatung erreichen Sie wie gewohnt unter der 07071/207-1310 bis 1315.

Wir bitten hier um Nachsicht für die Maßnahmen und bedanken uns im Voraus für Ihr Verständnis.

Änderungen bei den Holzmöbel- und Sperrmüllabfuhren ab 2021

Ab dem Jahr 2021 gibt es keine festen Sammeltermine für Holzmöbel und Sperrmüll mehr. Stattdessen finden Sie im Abfallkalender zwei Abrufkarten jeweils für Holzmöbel und Sperrmüll sowie für Metallschrott und Elektroschrott. Mit diesen Karten können Sie eine Abholung der jeweiligen Abfälle bei sich zu Hause anfordern. Pro Abfuhr werden max. 2m³ der entsprechenden Abfälle abgefahren. Die Abholung erfolgt innerhalb von vier Kalenderwochen nach Eingang der Karte.

Ihre Benachrichtigung über den genauen Abholtermin erfolgt schriftlich ca. eine Woche vor Abholung durch das beauftragte Abfuhrunternehmen (maßgeblich ist hierbei das Versanddatum der Poststelle).

Alternativ können Sie die entsprechenden Gegenstände mit den Karten auch kostenlos in Dußlingen beim Entsorgungszentrum (Wertstoffhof) abgeben. Bei Fragen zur Direktanlieferung wenden Sie sich an die Abfallberatung unter 07071 207-1310 bis 1315 oder an das Entsorgungszentrum Dußlingen unter 07072-918850. Die Öffnungszeiten des Wertstoffhofs sind immer Montag bis Freitag 7:00 – 16:45 Uhr und Samstag von 8:00 – 11:45 Uhr.

Ausgeschlossen von der Abholung und Anlieferung mit Karte sind Abfälle aus Gebäuderenovierungen und Haushaltsauflösungen sowie gewerbliche Abfälle. Diese Abfälle können kostenpflichtig beim Entsorgungszentrum angeliefert werden.

Holz aus dem Außenbereich – imprägniertes oder mit Holzschutzmitteln behandeltes Holz (z.B. Zäune) sowie Spiegeltüren, Glastüren und Fenster – muss ebenfalls kostenpflichtig entsorgt werden.

Hinweis: Die Wertkarten aus dem aktuellen Abfallkalender 2020 können Sie noch bis 31.12.2020 für die Anlieferung von Sperrmüll und Holzmöbel zum Entsorgungszentrum Dußlingen verwenden.

“Herr Stinknich” – Film zur Umweltbildung

“Herr Stinknichs wunderbare Welt des Mülls”

Ein lustiger und lehrreicher Film für Vorschul- und Grundschulkinder. Unterhaltsam und anschaulich wird hier Mülltrennung und Abfallvermeidung erklärt.

Filmbeschreibung

In dem ca. 30 Minuten langen Lehrfilm begleitet Herr Stinknich den Weg des häuslichen Abfalls vom Entsorgen in der richtigen Tonne bis zum fachgerechten Recycling auf turbulente und komödiantische Weise. Neben exklusiven Drehorten (u.a. Abfallwirtschaftszentrum Mechernich und Sortieranlage Hündgen im Swisttal) dürfen dabei eine Fahrt auf einem echten Müllauto sowie das plötzliche Auftauchen von Herr Stinknichs treuem Gefährten “Tonni” nicht fehlen.

Der Film eignet sich für Vorschul- und Grundschulkinder. Für die Kleineren ist es gut möglich den Film abschnittweise anzuschauen und die einzelnen Abfallfraktion direkt im Anschluss zu besprechen. Auch die Möglichkeiten zur Abfallvermeidung werden besprochen und können noch mit den Kindern vertieft werden.

Hauptdarsteller: Patrick Strohm (Theaterpädagoge) alias Herr Stinknich
Produktion: Fokus Media
Im Auftrag der Abfallberatung des Landkreises Tübingen

Richtig trennen, aber wie?

Vorrang vor der Verwertung und Beseitigung von Abfällen hat die Abfallvermeidung. Sie ist praktizierter Umweltschutz und hat enormes Potenzial. Hier finden Sie hilfreiche Tipps zur Abfallvermeidung. Und nun zum Artikel:

“Richtig trennen, aber wie?”: Eine Pressemitteilung der dualen Systeme in Deutschland aus der Kampagne „Mülltrennung wirkt“.

Nur wenn Müll richtig getrennt wird, können wertvolle Materialien recycelt und dem Wertstoffkreislauf wieder zugeführt werden. Doch wie trennt man richtig? Und was darf in den Gelben Sack? Vier Fakten über Mülltrennung, die Verbraucherinnen und Verbraucher garantiert schlauer machen.

Vier Fakten über Mülltrennung:

Fakt 1: Nicht alles aus Plastik gehört in den Gelben Sack.
Das benutzte Plastikgeschirr der letzten Party, das zerbrochene Spielzeugauto oder die alte Babyflasche – oft sind Dinge im Gelben Sack die zwar aus Plastik bestehen, dort aber nicht hineingehören. Denn in den gelben Sammelbehältnissen sollten nur Verpackungen entsorgt werden, die zusammen mit einem Produkt erworben wurden, sofern diese nicht aus Glas oder Papier sind. Dazu zählen Plastiktüten ebenso wie leere Shampooflaschen oder Nachfüllbeutel für Seife und Waschmittel. Gegenstände aus Plastik, die keine Verpackungen sind, wie Zahnbürsten, Einwegrasierer, Klarsichthüllen oder Kugelschreiber gehören hingegen nicht in den Gelben Sack. Abweichend gibt es regionale Ausnahmen, zum Beispiel Wertstofftonnen. Natürlich haben Lebensmittelabfälle, Windeln oder CDs wie im Gelben Sack auch hier nichts zu suchen.

Fakt 2: Deckel müssen immer getrennt entsorgt werden.
Deckel von Joghurtbechern oder Verschlüsse von Senftuben, die aus anderen Materialien bestehen als die Verpackung selbst, können problemlos im Gelben Sack oder der Gelben Tonne entsorgt werden. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten jedoch immer darauf achten, dass Deckel und Verschlüsse zuvor abgetrennt und erst dann hineingeworfen werden. Der Grund: Werden die einzelnen Komponenten einer Verpackung, die aus verschiedenen Stoffen besteht, nicht voneinander getrennt, so können sie nicht vollständig recycelt werden. Der Aluminiumdeckel des Joghurtbechers sollte also getrennt vom Plastikteil im Gelben Sack landen. Die Papierummantelung von Joghurtbechern gehört hingegen im Altpapier entsorgt. All das erhöht die Recyclingquote und schont die Umwelt.

Fakt 3: Auch andere Materialien als Plastik dürfen in den Gelben Sack.
Nicht nur Flaschen, Becher oder Tüten aus Plastik gehören in den Gelben Sack. Ebenso dürfen Verpackungen aus anderen Materialien hier entsorgt werden, mit Ausnahme von solchen aus Papier, Pappe, Karton und Glas, für die es andere Sammelbehältnisse gibt. Ob Aluminiumschalen von Fertiggerichten, Milch- oder Getränkekartons aus Verbundmaterialien, Dosen aus Weißblech oder Styropor aus Versandverpackungen – sie alle gehören in den Gelben Sack. Auch leere Arzneimittelblister für Tabletten können Verbraucherinnen und Verbraucher hier unbedenklich entsorgen.

Fakt 4: Alle Behältnisse müssen vollkommen leer sein.
In der Shampooflasche ist noch ein Rest, das Fertiggericht nur zur Hälfte gegessen oder der Milchkarton noch nicht ausgetrunken – bevor Verbraucherinnen und Verbraucher Verpackungen in der Gelben Tonne oder dem Gelben Sack entsorgen, sollten sie darauf achten, dass diese leer sind. Denn wie Restmüll gehören Lebensmittelreste nicht in die gelben Sammelbehältnisse. Das behindert den Sortierprozess und damit das Recycling erheblich oder kann es sogar unmöglich machen. Dann gehen dem Wertstoffkreislauf wertvolle Materialien für immer verloren. Das Ausspülen von Verpackungen ist aber nicht erforderlich, „löffelrein“ reicht aus.

Über die dualen Systeme:
Die dualen Systeme in Deutschland organisieren die Sammlung, Sortierung und Verwertung gebrauchter Verkaufsverpackungen, damit die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Recyclingquoten erreicht werden. Aktuell sind es zehn privatwirtschaftlich organisierte Systeme, die mit ihren Dienstleistern aus der Entsorgungs- und Recyclingbranche diese Aufgabe erfüllen. Grundlage für die Arbeit der dualen Systeme ist das Verpackungsgesetz.
Weitere Informationen finden Sie jederzeit unter www.mülltrennung-wirkt.de.

Zeit für einen Windelwechsel

Kinder machen Berge
Ein Kind, das 2,5 Jahre mit 5 Windeln am Tag gewickelt wird, braucht alleine 4.560 Windeln. So fallen im Landkreis Tübingen jährlich gut 9 Millionen Einwegwindeln an, was etwa 2000 Tonnen Restmüll entspricht.

Zeit für einen Windelwechsel – denn waschbare Windeln machen keinen Müll.

Deshalb erhält jede Familie im Landkreis Tübingen, die ihr Kind mit waschbaren Windeln wickelt, vom Abfallwirtschaftsbetrieb einen einmaligen Zuschuss von 30 €. Den Zuschuss-Antrag finden Sie im Windelflyer „Clever wickeln wird belohnt“. Dort gibt es auch Informationen zum Wickeln mit Stoffwindeln und eine Adressliste mit Firmen, die Stoffwindeln verkaufen, waschen, ein Windeltestpaket oder professionelle Beratung zum Wickeln mit Stoffwindeln anbieten. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Machen Sie mit beim Windelprojekt des Landkreises Tübingen – Clever wickeln wird belohnt.

Hier ausführlich alles Wissenswerte zum Windelprojekt im Landkreis Tübingen mit Zuschuss-Antrag über einmalig 30 €.

Abfallvermeidung: Plastikfakten, Plastikfasten

Hygieneregeln, Hausarrest, Homeoffice – da wir während der Corona-Pandemie wesentlich mehr Zeit in der eigenen Wohnung verbringen, fällt auch mehr Müll an. Die Folge: Die Abfalltonnen vorm Haus quellen über – was vielleicht zum Nachdenken anregt. Für das Jahr 2020 rechnet die Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft (DGAW) mit 2,26 Millionen Tonnen zusätzlichem Hausmüll – das sind fünf Prozent mehr als 2017.

„Wir müssen mehr Müll vermeiden und mehr für die Wiederverwendung von Verpackungsmaterial tun“, fordert die Umweltstiftung WWF. Schon vor der Corona- Pandemie fiel in Deutschland mit 226,5 Kilogramm pro Kopf so viel Verpackungsmüll an wie in kaum einem anderen Land in Europa, der Durchschnitt in der EU lag bei 173 Kilo. Dieser Trend wird durch Corona nun noch mal verstärkt. Die Last liege aber nicht nur auf den Schultern der Verbraucher, so der WWF: „Vor allem Politik und Wirtschaft müssen sich mehr für die Vermeidung und bessere Gestaltung von Verpackungen einsetzen“, sagt dessen Plastikmüllexperte Bernhard Bauske.

Das Problem: Verpackungsmüll aus Kunststoff wird überwiegend verbrannt statt recycelt. Nur knapp 16 Prozent der gesamten Kunststoffabfälle, die beim Endverbraucher anfallen, werden in Deutschland wieder zu Rezyklat verarbeitet. Außerdem sind Mehrweglösungen für Transportverpackungen im Online- Handel kaum vorhanden. Eine „gute“ Verpackung sollte recyclingfähig sein, also nicht aus vielen schwer trennbaren unterschiedlichen Materialien bestehen. „Um das zu erreichen, muss die Politik strengere Vorgaben bei der Recyclingfähigkeit von Verpackungen durchsetzen“, fordert der WWF. Durch gute Mülltrennung könnten dann mehr wertvolle Rohstoffe wieder genutzt und eingesetzt werden. Ein Blick in die Geschichte zeigt: Nur neun Prozent der mehr als acht Milliarden Tonnen Kunststoff, die seit den 1950er Jahren erzeugt wurden, sind recycelt worden.

Die beste Lösung ist deshalb einfach formuliert, aber schwierig umzusetzen. Sie lautet, erst gar nicht so viel Plastik zu produzieren. Papier und Metalle sind gut recyclebar, und aus Biomüll wird wertvoller Kompost hergestellt. (Mikro-)Plastik hat in der Biotonne nichts zu suchen. Ist Mikroplastik einmal in der Natur, kann es kaum wieder entfernt werden. Dass die Europäische Union von 2021 an Strohhalme, Trinkbecher und andere Einwegprodukte aus Plastik verbietet, ist ein Anfang. Es gibt ganze Gemeinden, die versuchen, plastikfrei zu leben. Und gelegentlich kann man auch Lebensmittel ohne Verpackung in regulären Supermärkten kaufen. Um die Müllflut zu reduzieren, rät die Organisation, zum Einkaufen immer eine eigene Stofftasche mitzunehmen. Auch eine nachfüllbare Trinkflasche vermeidet unnötigen Verpackungsmüll. Für viele Produkte gibt es außerdem praktische Nachfüllpacks, etwa für Gewürze, Waschpulver oder Flüssigseife. Diese bestehen aus weniger Verpackungsmaterial und schonen oft auch den Geldbeutel.

Recycling ist Teil des Problems:
Von einer echten Kreislaufwirtschaft der Kunststoffprodukte in Deutschland kann noch überhaupt keine Rede sein. Die offizielle Recyclingquote ist zwar für Plastikmüll relativ hoch. Im Jahr 2016 lag der Wert bei 45 Prozent. Dieser Anteil beziffert aber die Menge, die bei den Recyclingunternehmen angeliefert wird und schließt auch ein, was exportiert wird – bezieht sich aber nicht auf den wirklich recycelten Output.

Die wirklich recycelte Menge, die also zu neuen Produkten verarbeitet wird und „Rezyklat“ genannt wird, macht nur 15,6 Prozent der Anlieferung aus. Bezieht man den Anteil auf die in Deutschland verarbeitete Kunststoffmenge, wird es wahrlich marginal: Das sind dann nämlich nur noch 2,8 Prozent.

(Quelle: Plastikatlas 2019; Böll-Stiftung/BUND)

(Artikel aus „Umweltbriefe (Ausgabe 06/2020)“ / Autor: Tim Bartels)

Tipps zur Abfallvermeidung vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Tübingen:

Abfallvermeidung ist praktizierter Umweltschutz, der nicht nur die natürlichen Ressourcen schont, sondern auch den Geldbeutel.

Erreicht werden kann dies, in dem der Materialverbrauch reduziert wird. Dies hat dann Erfolg, wenn es gelingt, Produkte länger bzw. mehrfach zu nutzen, zu reparieren und wiederzuverwenden oder wenn bestimmte Stoffe und Produkte ersatzlos eingespart bzw. weggelassen werden können.

Abfallvermeidung ist in jeder Lebenssituation möglich, ob im Haushalt, unterwegs, im Büro oder Betrieb oder in der Schule. Abfall vermeiden kann durch viele kleine Maßnahmen umgesetzt werden. Sie haben es selbst in der Hand, wieviel Abfall Sie produzieren.

Verpackungen vermeiden

Weniger ist mehr – beim Einkauf schon auf verpackungsarme Produkte achten. Abgepackte und verschweißte Waren verursachen oft unnötigen Abfall. Greifen Sie deshalb zu Produkten, die wenig oder gar nicht verpackt sind und vermeiden Sie Luftverpackungen. Sie können mit Ihrer Kaufentscheidung beeinflussen, wie viel Verpackungsabfall anfällt und alle zusammen können wir dafür sorgen, dass sich verpackungsärmere Produkte langfristig durchsetzen. Damit wird sehr viel für die Abfallvermeidung bewirkt Mehrweg- vor Einwegverpackungen: Getränke und Milchprodukte sind meistens in Mehrwegverpackungen erhältlich. Eine Mineralwasser Mehrwegflasche wird im Durchschnitt über 50mal wiederbefüllt. Vermeiden Sie also beim nächsten Einkauf Einwegverpackungen und setzen Sie auf Mehrweg. Die richtige Packungsgröße wählen – Sagen Sie NEIN zu XXL-Verpackungen Viele Bürger leben in 1 – 2 Personenhaushalten. Leider werben Supermärkte oft mit kostengünstigen XXL-Verpackungen. Lassen Sie sich nicht von Rabatten für Großverpackungen blenden. Denn jedes Lebensmittel das übrig bleibt, ist zu schade für den Müll. Nachfüllpackungen statt Einwegverpackungen nutzen – Greifen Sie zu Nachfüllverpackungen. Vor allem Sanitär- und Hygieneartikel werden als Nachfüllvariante in Drogeriemärkten angeboten. Diese Nachfüllpackungen verursachen weniger Abfall, da beispielsweise auf Pumpspender verzichtet wird. Mehrfachverpackungen vermeiden Das Abfallaufkommen wird durch überflüssige Verpackungen und sogenannte Portionsverpackungen unnötig erhöht. Meist möchten die Hersteller damit mehr Inhalt vortäuschen. Zeigen Sie diesen Produkten die kalte Schulter. Verpackungen aus nur einem Material kaufen – Vermeiden Sie Verpackungen, die aus verschiedenen Stoffen bestehen. Beispielsweise werden Papierverpackungen mit Blickfenstern aus Plastikfolie versehen oder Glasflaschen von Deos mit Plastikaufsätzen verklebt. Derzeit können nur sortenreine Stoffe recycelt werden. Mischstoffe landen hingegen in der Müllverbrennung.

Verzicht auf Plastiktüten

Durch den Verzicht auf Plastiktüten beim Einkauf lässt sich auf Dauer viel Abfall und eine Menge Geld einsparen. Etwa 200 Plastiktüten verbraucht ein Europäer im Durchschnitt pro Jahr. Dabei gibt es mit Stoffbeuteln, Einkaufskörben und Einkaufsnetzen praktische wiederverwendbare Alternativen.

Papierverbrauch reduzieren

Trotz Computerdateien, E-Mail-Versand und Internet steigt seit Jahren der Papierverbrauch. Reduzieren Sie Ihren Papierverbrauch, indem Sie überlegen, ob Sie eine Nachricht ausdrucken müssen und falls ja, bedrucken Sie Vorder- und Rückseite und verwenden Sie Recyclingpapier. Dieses besteht größtenteils aus wiederverwertetem Altpapier. Papiert? – unsere Infobroschüre rund ums Papier.

Reklame vermeiden

Ein Aufkleber auf dem Briefkasten mit der Bittekeine Reklame einzuwerfen sorgt dafür, dass werbende Unternehmen keine Abnehmer für ihre Prospekte finden. Damit sinkt der Papierverbrauch, da die meisten Prospekte ohnehin im Papierkorb vor den Briefkästen landen. Die Hoffnung: Je mehr Menschen mitmachen, desto weniger Werbung wird gedruckt.

Gebrauchtwarenbörse, Secondhand-Läden, Warentauschtage und Co

In fast jeder Stadt gibt es Antiquariate, Secondhand-Läden und Flohmärkte. Dort können Sie Dinge, die Sie nicht mehr brauchen, gegen etwas Taschengeld wieder an den Mann oder die Frau bringen. Natürlich finden sich dort auch Dinge, die man selbst gebrauchen kann und so nicht neu kaufen muss. Nicht alles, was in Ihrem Haushalt, Betrieb oder in Ihrer Bildungseinrichtung überflüssig ist, ist gleichzeitig auch Müll. Spenden Sie diese Dinge an gemeinnützige Organisationen, die mit dem Verkauf ihre Arbeit finanzieren. Praktisch sind auch Umsonstläden, kostenlose Kleinanzeigen, soziale Kleiderläden oder Warentauschtage sowie unsere Online-Gebrauchtwarenbörse.

Essensabfälle vermeiden

Rund 8.000 Tonnen Bioabfälle produzieren die Haushalte im Landkreis Tübingen jedes Jahr. Mit einem Einkaufszettel und Speiseplan für die Woche bringen Sie Ordnung in Ihren Kühlschrank und sorgen dafür, dass weniger Essen in den Abfall wandert.

Reparieren statt wegwerfen

„Reparieren lohnt sich nicht!“ – das bekommt man oft zu hören, will man beispielsweise einen defekten Fernseher beim Händler zur Reparatur abgeben. In unserem Reparaturführer finden Sie viele Betriebe, die das Reparaturhandwerk noch verstehen. Wer seine Geräte oder Möbel selbst reparieren möchte, aber nicht weiß, wie das geht, findet in einem Reparatur-Café Unterstützung.

Leihen oder Mieten

Viele Dinge benötigt man nur ein einziges Mal, da lohnt sich keine Anschaffung. Bibliotheken bieten beispielsweise Bücher, CDs und DVDs an, die man gegen eine geringe Gebühr ausleihen kann.Gerade bei größeren Maschinen und Geräten (z.B. Gartenhäcksler, schwerer Bohrhammer …) lohnt ein Neukauf nicht, da diese nur selten genutzt werden. Spezialisierte Verleihfirmen und Baumärkte bieten hier ein vielfältiges Angebot. Adressen hierzu finden Sie in unserem Reparaturführer unter der Rubrik „Verleih“.

Gebrauchtes statt Neues kaufen

Ist aufgrund der häufigen Nutzung dennoch ein Kauf die bessere Lösung, tut es vielleicht auch ein gebrauchtes Produkt. Damit lässt sich zumindest zusätzlicher Abfall vermeiden, der zwangsläufig bei jedem neuen Herstellungsprozess anfällt. Bei langlebigen Produkten wie PKWs wird dies ja auch praktiziert.

Vesperbox statt Alufolie

Verzichten Sie auf Pausenstullen in Alufolie oder Plastiktütchen. In Schule, Büro und auf Reisen sind Vesperboxen nicht nur praktisch, da sie nach dem Auswaschen wiederverwendet werden können, sondern auch noch umweltfreundlich. Besonders dann, wenn das Material aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wurde und biologisch abbaubar ist.

Feste feiern ohne Müll

Die nächste Feier kommt bestimmt. Servieren Sie Ihren Gästen die Speisen und Getränke auf echtem Geschirr und vermeiden Sie Einweg-Lösungen aus Pappe und Plastik. Das schont die Umwelt – und Abwaschen ist deutlich günstiger als Einweg-Geschirr zu kaufen. Tipps hierzu finden Sie in unserem Flyer ‘Feste feiern ohne Müll’.

Alte Handys verkaufen oder verschenken

Der durchschnittliche Produktlebenszyklus eines Mobiltelefons liegt derzeit bei 1,5 Jahren. Doch was passiert mit den ausgemusterten Modellen? Angeblich verstauben Millionen alte Handys in den Schubladen. Bis zu 120 Millionen könnten es nach neuesten Schätzungen sein, die in Deutschland ungenutzt herumliegen. Alte funktionsfähige Handys kann man auf Online-Börsen verkaufen oder kostenlos bei der Althandyinitiative der Deutschen Umwelthilfe in Kooperation mit der Telekom einsenden (auch defekte Geräte). » Näheres hierzu erfahren Sie bei den verschiedenen aktuellen Handy-Sammelaktionen im Netz.

Akkus nutzen und leere Batterien zurückgeben

Pro Jahr werden nur ein Drittel der verkauften Batterien wieder zurückgegeben. Der Rest wird, trotz Verbot, über den Hausmüll entsorgt, wodurch schädliche Stoffe wie Nickel, Cadmium und Quecksilber freigesetzt werden. Daher sollten Sie am besten Akkus oder Geräte mit Stromanschluss benutzen.

Zeit für einen Windelwechsel

Windelflyer
Ein Kind, das 2,5 Jahre mit 5 Windeln am Tag gewickelt wird, braucht alleine 4.560 Windeln. So fallen im Landkreis Tübingen jährlich gut 9 Millionen Einwegwindeln an, was etwa 2000 Tonnen Restmüll entspricht. Machen Sie mit beim Windelprojekt des Landkreises Tübingen – Clever wickeln wird belohnt.

Was fehlt?

Sagen Sie uns, was in punkto Abfallvermeidung noch wichtig wäre.