Reparaturführer – Reparieren statt wegwerfen 

Der Abfallwirtschaftsbetrieb Tübingen (AWB) hat seinen Reparaturführer neu aufgelegt und nun online gestellt. Rund 50 Firmen, die im Landkreis Tübingen Reparaturen anbieten und teilweise auch Geräte verleihen, sind im Reparaturführer aufgeführt. Außer Elektro- und Elektronikfirmen, Schuhmachern, Fahrradwerkstätten und vielen anderen findet man auch Firmen, an die man vielleicht gar nicht denkt. Oder wussten Sie, dass man Orientteppiche, Korbmöbel oder Golf-Caddys im Kreis Tübingen reparieren lassen kann?

„Reparieren statt wegwerfen“ scheint ein ganz neues Thema zu sein, brandaktuell im Hinblick auf Klimakrise und Ressourcenschutz. Doch schon 1996 wurde die Broschüre „reparieren statt wegwerfen“ das erste Mal von der Abfallberatung des Landkreises Tübingen herausgegeben, 2004 ging der Reparaturführer dann online!

Außer dem aktualisierten Reparaturführer sind hier auf der Homepage unter der Rubrik „Vermeiden/Reparieren und Leihen“ auch Reparaturcafés im Landkreis Tübingen aufgelistet. Zudem lässt sich unter dem Stichwort „Vermeiden“ noch viel mehr entdecken, zum Beispiel Second-Hand– und Unverpackt-Läden, Umsonstläden, Hausratverwerter und Händler von Gebrauchtwaren.

Eine weiteren Beitrag zum “Vermeiden von Abfällen” bietet die Gebrauchtwarenbörse in unserer Rubrik “Services”. Sie ist eine Online-Verschenk-Börse, die alle nutzen können, die etwas Gebrauchtes suchen oder zu verschenken haben.

FAQs: Biotonne im Landkreis Tübingen

Bioabfälle sind biologisch abbaubare Abfälle pflanzlicher oder tierischer Herkunft, beispielsweise Küchen- oder Gartenabfälle. Zur Sammlung von Bioabfällen steht im Landkreis Tübingen (LK TÜ) die grüne Biotonne im Hol-System flächendeckend zur Verfügung. Ergänzt wird die Biotonne durch einen bei den Gemeindeverwaltungen erhältlichen „Laubsack“. Über diesen können unregelmäßig anfallende Mehrmengen an Bioabfall gemeinsam mit der Biotonne entsorgt werden. Zusätzlich können Grünabfälle auch über ein Bring-System (Häckselplätze, Wertstoffhof) oder im Rahmen der zweimal jährlich stattfindenden Häckselgutabfuhr erfasst und verwertet werden. Sämtliche Sammeltermine können unserem Online-Kalender entnommen werden. Im nachfolgenden Bericht möchten wir Ihnen Hinweise und Fakten zur Biotonne im LK TÜ präsentieren.

FAQs im Überblick

Wie viel kostet die Biotonne eigentlich?

  • Folgende Biotonnen-Größen werden angeboten: 40, 60, 80, 120, 240 L mit einer Behälterjahresgebühr zwischen 50-300 €
  • Die Abfuhr der Biotonne findet 14-tägig statt und im Zeitraum von Juni bis September wöchentlich. Folglich werden über 30 Leerungen pro Jahr über die Jahresgebühr abgedeckt. Mit anderen Worten, ein Volumen von 1.200-7.200 L an Bioabfällen lässt sich über die Biotonne entsorgen
  • Bei 30 Jahresleerungen ergibt dies je nach Behältergröße Kosten zwischen 1-8 € je Leerung
  • Die genauen Gebühren zu Ihrer Biotonne und den anderen Müllarten erhalten Sie auf unserer Website: Privathaushalte, Gewerbebetriebe

Wie werden unsere Biotonnen-Abfälle verwertet?

Im LK TÜ werden alle über die Biotonne gesammelten Bioabfälle stofflich über die Kompostierungsanlagen und/oder über Biogasanlagen in Pfaffenhofen, Singen, Amtzell, Deißlingen und Freudenstadt verwertet. Das bedeutet wiederum, dass sämtliche Bioabfälle auch wieder als Kompost bzw. Dünger rückgeführt werden, vorrangig in die Landwirtschaft. Mit anderen Worten: Schlechte Bioabfallqualitäten wirken sich vor allem negativ auf uns und unsere Umwelt aus.

Trotz verschiedener Aufbereitungsverfahren an den Verwertungsanlagen, ist die sortenreine Sammlung von Bioabfällen (direkt in den Haushalten) daher von entscheidender Bedeutung. Insbesondere kleinste Plastikpartikel (sogenanntes Mikroplastik) sind problematisch. Diese entstehen unter anderem auch dadurch, dass größere Plastikpartikel im Rahmen der Bioabfallaufbereitung weiterzerkleinert werden. Bitte achten Sie daher darauf, dass kein Plastik in die Biotonne gelangt.

Abb. 1: Bioabfälle aus dem Landkreis Tübingen und erfasste Störstoffe.

Darf ich Bioplastik (z.B. kompostierbare Beutel) über die Biotonne entsorgen?

Hierauf antworten wir mit einem klaren „Jein“.

Als zunehmend problematisch sind vermeintlich kompostierbare Produkte oder Tüten auf Basis von Bioplastik zu sehen. Diese Produkte sind nicht einheitlich definiert und es existiert eine Vielzahl von Normen, ab wann bzw. unter welchen Voraussetzungen ein Produkt als „Bio“ bezeichnet werden darf. Fakt ist, dass die momentan auch politisch stark diskutierten biologisch-abbaubaren bzw. kompostierbaren Bioplastik-Beutel zur Sammlung von Bioabfällen an den Verwertungsanlagen einerseits zu Problemen in den Prozessen führen. Andererseits ist die Kompostierbarkeit der Biobeutel oftmals nur unter Laborbedingungen (also genormten Bedingungen), nicht aber in Praxisanlagen oder gar in der Heimkompostierung, möglich. Zweifellos, Biobeutel zur Sammlung von Bioabfällen weisen Vorteile auf – beispielsweise hygienische Aspekte oder auch bei Frost (siehe Frostsack).

Die Verwendung zertifizierter biobasierter, biologisch abbaubarer oder kompostierbarer Beutel ist auch weiterhin im LK TÜ erlaubt (unsere Beutel sind nach DIN EN 13432 zertifiziert und mit dem Keimling-Symbol gekennzeichnet). Dennoch empfehlen wir aus oben genannten Gründen auf die Verwendung von Bioplastik-Beuteln zu verzichten und stattdessen Papiertüten zu verwenden (z.B. auch Papiertüten mit einer Wachsbeschichtung).

Wie viele Biotonnen sind im Landkreis Tübingen im Einsatz?

Derzeit werden im LK TÜ über 30.500 Biotonnen genutzt und durch die zuständigen Entsorgungsfirmen geleert. Auf die Stadt Tübingen (inkl. der Teilorte) entfallen hiervon insg. über 10.600 Biotonnen (35 %). Bei einer typischen Tagesroute werden ca. 1.000 Biotonnen geleert. Zwei Drittel aller Biotonnen des LK TÜ weisen ein Volumen von 40-60 L auf.


Abb. 2: Anzahl und Volumina der Biotonnen im Landkreis Tübingen

Welche Abfallmengen entstehen überhaupt bei uns im Landkreis Tübingen?

1993 wurde die Biotonne im LK TÜ eingeführt. Seither nimmt die über die Biotonne erfasste Abfallmenge stetig zu (Abb. 3). Im Jahr 2020 wurden im LK TÜ insgesamt ca. 10.300 t Biotonne-Abfälle erfasst und der Verwertung (Vergärung, Kompostierung) zugeführt. Auch 2021 setzte sich dieser Trend fort und die Menge an Biotonnen-Abfällen stieg nach aktuellsten Zahlen auf 10.500 t an. Steigende Mengen an Biotonnen-Abfällen gehen in der Regel Hand in Hand mit sinkenden Mengen an Restmüll. Dennoch: Eine aktuelle Hausmüllanalyse[1] für verschiedene Regionen in Deutschland hat gezeigt, dass eine immer noch zu große Menge an Bioabfällen im Restmüll verbleiben. Demnach könnten bis zu 40% des anfallenden Restmülls über die Biotonne entsorgt werden. Für den LK TÜ liegt derzeit keine aktuelle Restmüll-Analyse vor. Dennoch ist davon auszugehen, dass auch in unserem Landkreis die Menge an Biotonnen-Abfällen gesteigert bzw. die Restmüll-Menge weiter reduziert werden kann.

Abb. 3: Im Landkreis Tübingen erfasste Abfallmengen an Rest- und Biomüll (Biotonne) sowie Grünabfällen.

[1] Dornbusch et al. (2020). Vergleichende Analyse von Siedlungsabfällen aus repräsentativen Regionen in Deutschland zur Bestimmung des Anteils an Problemstoffen und verwertbaren Materialien. Umweltbundesamt (Hrsg.). Dessau-Roßlau. Abrufbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/vergleichende-analyse-von-siedlungsrestabfaellen (letzter Zugriff 03.03.2022).

Unterrichtsmaterialien zum kostenlosen Verleih

Interessierten Kindergärten und Schulklassen können wir verschiedene Umweltbildungsangebote rund um die Themen Abfallvermeidung, -trennung und -verwertung anbieten. Die kostenlos ausleihbaren Abfall-Infokisten beinhalten verschiedene Sachbücher, Broschüren, Spiele, Filme und Lehrmaterialien zu den jeweils adressierten Themen. Zu den folgenden Themen werden derzeit insgesamt sechs Infokisten angeboten, die für die Planung und Durchführung von Lerneinheiten verwendet werden können:

    • Abfall (jeweils für Kindergarten & Grundschule)
    • Kompost
    • Papier
    • Handy
    • Kunststoff-Verpackungen

Zusätzlich zu den Infokisten, kann auch eine Papierwerkstatt zur Herstellung von Recyclingpapier (Papierschöpfen) ausgeliehen werden.

Hier finden Sie weitere Informationen zu den Infokisten und der Papierwerkstatt.

Bei Rückfragen zu den Angeboten des Abfallwirtschaftsbetriebs Tübingen oder bei Interesse an einer Buchung, wenden Sie sich bitte direkt an die Abfallberatung des Abfallwirtschaftsbetriebs Tübingen (Tel.: 07071-207-1310 oder awb@kreis-tuebingen.de).

Abfallvermeidung: Plastikfakten, Plastikfasten

Hygieneregeln, Hausarrest, Homeoffice – da wir während der Corona-Pandemie wesentlich mehr Zeit in der eigenen Wohnung verbringen, fällt auch mehr Müll an. Die Folge: Die Abfalltonnen vorm Haus quellen über – was vielleicht zum Nachdenken anregt. Für das Jahr 2020 rechnet die Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft (DGAW) mit 2,26 Millionen Tonnen zusätzlichem Hausmüll – das sind fünf Prozent mehr als 2017.

„Wir müssen mehr Müll vermeiden und mehr für die Wiederverwendung von Verpackungsmaterial tun“, fordert die Umweltstiftung WWF. Schon vor der Corona- Pandemie fiel in Deutschland mit 226,5 Kilogramm pro Kopf so viel Verpackungsmüll an wie in kaum einem anderen Land in Europa, der Durchschnitt in der EU lag bei 173 Kilo. Dieser Trend wird durch Corona nun noch mal verstärkt. Die Last liege aber nicht nur auf den Schultern der Verbraucher, so der WWF: „Vor allem Politik und Wirtschaft müssen sich mehr für die Vermeidung und bessere Gestaltung von Verpackungen einsetzen“, sagt dessen Plastikmüllexperte Bernhard Bauske.

Das Problem: Verpackungsmüll aus Kunststoff wird überwiegend verbrannt statt recycelt. Nur knapp 16 Prozent der gesamten Kunststoffabfälle, die beim Endverbraucher anfallen, werden in Deutschland wieder zu Rezyklat verarbeitet. Außerdem sind Mehrweglösungen für Transportverpackungen im Online- Handel kaum vorhanden. Eine „gute“ Verpackung sollte recyclingfähig sein, also nicht aus vielen schwer trennbaren unterschiedlichen Materialien bestehen. „Um das zu erreichen, muss die Politik strengere Vorgaben bei der Recyclingfähigkeit von Verpackungen durchsetzen“, fordert der WWF. Durch gute Mülltrennung könnten dann mehr wertvolle Rohstoffe wieder genutzt und eingesetzt werden. Ein Blick in die Geschichte zeigt: Nur neun Prozent der mehr als acht Milliarden Tonnen Kunststoff, die seit den 1950er Jahren erzeugt wurden, sind recycelt worden.

Die beste Lösung ist deshalb einfach formuliert, aber schwierig umzusetzen. Sie lautet, erst gar nicht so viel Plastik zu produzieren. Papier und Metalle sind gut recyclebar, und aus Biomüll wird wertvoller Kompost hergestellt. (Mikro-)Plastik hat in der Biotonne nichts zu suchen. Ist Mikroplastik einmal in der Natur, kann es kaum wieder entfernt werden. Dass die Europäische Union von 2021 an Strohhalme, Trinkbecher und andere Einwegprodukte aus Plastik verbietet, ist ein Anfang. Es gibt ganze Gemeinden, die versuchen, plastikfrei zu leben. Und gelegentlich kann man auch Lebensmittel ohne Verpackung in regulären Supermärkten kaufen. Um die Müllflut zu reduzieren, rät die Organisation, zum Einkaufen immer eine eigene Stofftasche mitzunehmen. Auch eine nachfüllbare Trinkflasche vermeidet unnötigen Verpackungsmüll. Für viele Produkte gibt es außerdem praktische Nachfüllpacks, etwa für Gewürze, Waschpulver oder Flüssigseife. Diese bestehen aus weniger Verpackungsmaterial und schonen oft auch den Geldbeutel.

Recycling ist Teil des Problems:
Von einer echten Kreislaufwirtschaft der Kunststoffprodukte in Deutschland kann noch überhaupt keine Rede sein. Die offizielle Recyclingquote ist zwar für Plastikmüll relativ hoch. Im Jahr 2016 lag der Wert bei 45 Prozent. Dieser Anteil beziffert aber die Menge, die bei den Recyclingunternehmen angeliefert wird und schließt auch ein, was exportiert wird – bezieht sich aber nicht auf den wirklich recycelten Output.

Die wirklich recycelte Menge, die also zu neuen Produkten verarbeitet wird und „Rezyklat“ genannt wird, macht nur 15,6 Prozent der Anlieferung aus. Bezieht man den Anteil auf die in Deutschland verarbeitete Kunststoffmenge, wird es wahrlich marginal: Das sind dann nämlich nur noch 2,8 Prozent.

(Quelle: Plastikatlas 2019; Böll-Stiftung/BUND)

(Artikel aus „Umweltbriefe (Ausgabe 06/2020)“ / Autor: Tim Bartels)

Tipps zur Abfallvermeidung vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Tübingen:

Abfallvermeidung ist praktizierter Umweltschutz, der nicht nur die natürlichen Ressourcen schont, sondern auch den Geldbeutel.

Erreicht werden kann dies, in dem der Materialverbrauch reduziert wird. Dies hat dann Erfolg, wenn es gelingt, Produkte länger bzw. mehrfach zu nutzen, zu reparieren und wiederzuverwenden oder wenn bestimmte Stoffe und Produkte ersatzlos eingespart bzw. weggelassen werden können.

Abfallvermeidung ist in jeder Lebenssituation möglich, ob im Haushalt, unterwegs, im Büro oder Betrieb oder in der Schule. Abfall vermeiden kann durch viele kleine Maßnahmen umgesetzt werden. Sie haben es selbst in der Hand, wieviel Abfall Sie produzieren.

Verpackungen vermeiden

Weniger ist mehr – beim Einkauf schon auf verpackungsarme Produkte achten. Abgepackte und verschweißte Waren verursachen oft unnötigen Abfall. Greifen Sie deshalb zu Produkten, die wenig oder gar nicht verpackt sind und vermeiden Sie Luftverpackungen. Sie können mit Ihrer Kaufentscheidung beeinflussen, wie viel Verpackungsabfall anfällt und alle zusammen können wir dafür sorgen, dass sich verpackungsärmere Produkte langfristig durchsetzen. Damit wird sehr viel für die Abfallvermeidung bewirkt Mehrweg- vor Einwegverpackungen: Getränke und Milchprodukte sind meistens in Mehrwegverpackungen erhältlich. Eine Mineralwasser Mehrwegflasche wird im Durchschnitt über 50mal wiederbefüllt. Vermeiden Sie also beim nächsten Einkauf Einwegverpackungen und setzen Sie auf Mehrweg. Die richtige Packungsgröße wählen – Sagen Sie NEIN zu XXL-Verpackungen Viele Bürger leben in 1 – 2 Personenhaushalten. Leider werben Supermärkte oft mit kostengünstigen XXL-Verpackungen. Lassen Sie sich nicht von Rabatten für Großverpackungen blenden. Denn jedes Lebensmittel das übrig bleibt, ist zu schade für den Müll. Nachfüllpackungen statt Einwegverpackungen nutzen – Greifen Sie zu Nachfüllverpackungen. Vor allem Sanitär- und Hygieneartikel werden als Nachfüllvariante in Drogeriemärkten angeboten. Diese Nachfüllpackungen verursachen weniger Abfall, da beispielsweise auf Pumpspender verzichtet wird. Mehrfachverpackungen vermeiden Das Abfallaufkommen wird durch überflüssige Verpackungen und sogenannte Portionsverpackungen unnötig erhöht. Meist möchten die Hersteller damit mehr Inhalt vortäuschen. Zeigen Sie diesen Produkten die kalte Schulter. Verpackungen aus nur einem Material kaufen – Vermeiden Sie Verpackungen, die aus verschiedenen Stoffen bestehen. Beispielsweise werden Papierverpackungen mit Blickfenstern aus Plastikfolie versehen oder Glasflaschen von Deos mit Plastikaufsätzen verklebt. Derzeit können nur sortenreine Stoffe recycelt werden. Mischstoffe landen hingegen in der Müllverbrennung.

Verzicht auf Plastiktüten

Durch den Verzicht auf Plastiktüten beim Einkauf lässt sich auf Dauer viel Abfall und eine Menge Geld einsparen. Etwa 200 Plastiktüten verbraucht ein Europäer im Durchschnitt pro Jahr. Dabei gibt es mit Stoffbeuteln, Einkaufskörben und Einkaufsnetzen praktische wiederverwendbare Alternativen.

Papierverbrauch reduzieren

Trotz Computerdateien, E-Mail-Versand und Internet steigt seit Jahren der Papierverbrauch. Reduzieren Sie Ihren Papierverbrauch, indem Sie überlegen, ob Sie eine Nachricht ausdrucken müssen und falls ja, bedrucken Sie Vorder- und Rückseite und verwenden Sie Recyclingpapier. Dieses besteht größtenteils aus wiederverwertetem Altpapier. Papiert? – unsere Infobroschüre rund ums Papier.

Reklame vermeiden

Ein Aufkleber auf dem Briefkasten mit der Bittekeine Reklame einzuwerfen sorgt dafür, dass werbende Unternehmen keine Abnehmer für ihre Prospekte finden. Damit sinkt der Papierverbrauch, da die meisten Prospekte ohnehin im Papierkorb vor den Briefkästen landen. Die Hoffnung: Je mehr Menschen mitmachen, desto weniger Werbung wird gedruckt.

Gebrauchtwarenbörse, Secondhand-Läden, Warentauschtage und Co

In fast jeder Stadt gibt es Antiquariate, Secondhand-Läden und Flohmärkte. Dort können Sie Dinge, die Sie nicht mehr brauchen, gegen etwas Taschengeld wieder an den Mann oder die Frau bringen. Natürlich finden sich dort auch Dinge, die man selbst gebrauchen kann und so nicht neu kaufen muss. Nicht alles, was in Ihrem Haushalt, Betrieb oder in Ihrer Bildungseinrichtung überflüssig ist, ist gleichzeitig auch Müll. Spenden Sie diese Dinge an gemeinnützige Organisationen, die mit dem Verkauf ihre Arbeit finanzieren. Praktisch sind auch Umsonstläden, kostenlose Kleinanzeigen, soziale Kleiderläden oder Warentauschtage sowie unsere Online-Gebrauchtwarenbörse.

Essensabfälle vermeiden

Rund 8.000 Tonnen Bioabfälle produzieren die Haushalte im Landkreis Tübingen jedes Jahr. Mit einem Einkaufszettel und Speiseplan für die Woche bringen Sie Ordnung in Ihren Kühlschrank und sorgen dafür, dass weniger Essen in den Abfall wandert.

Reparieren statt wegwerfen

„Reparieren lohnt sich nicht!“ – das bekommt man oft zu hören, will man beispielsweise einen defekten Fernseher beim Händler zur Reparatur abgeben. In unserem Reparaturführer finden Sie viele Betriebe, die das Reparaturhandwerk noch verstehen. Wer seine Geräte oder Möbel selbst reparieren möchte, aber nicht weiß, wie das geht, findet in einem Reparatur-Café Unterstützung.

Leihen oder Mieten

Viele Dinge benötigt man nur ein einziges Mal, da lohnt sich keine Anschaffung. Bibliotheken bieten beispielsweise Bücher, CDs und DVDs an, die man gegen eine geringe Gebühr ausleihen kann.Gerade bei größeren Maschinen und Geräten (z.B. Gartenhäcksler, schwerer Bohrhammer …) lohnt ein Neukauf nicht, da diese nur selten genutzt werden. Spezialisierte Verleihfirmen und Baumärkte bieten hier ein vielfältiges Angebot. Adressen hierzu finden Sie in unserem Reparaturführer unter der Rubrik „Verleih“.

Gebrauchtes statt Neues kaufen

Ist aufgrund der häufigen Nutzung dennoch ein Kauf die bessere Lösung, tut es vielleicht auch ein gebrauchtes Produkt. Damit lässt sich zumindest zusätzlicher Abfall vermeiden, der zwangsläufig bei jedem neuen Herstellungsprozess anfällt. Bei langlebigen Produkten wie PKWs wird dies ja auch praktiziert.

Vesperbox statt Alufolie

Verzichten Sie auf Pausenstullen in Alufolie oder Plastiktütchen. In Schule, Büro und auf Reisen sind Vesperboxen nicht nur praktisch, da sie nach dem Auswaschen wiederverwendet werden können, sondern auch noch umweltfreundlich. Besonders dann, wenn das Material aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wurde und biologisch abbaubar ist.

Feste feiern ohne Müll

Die nächste Feier kommt bestimmt. Servieren Sie Ihren Gästen die Speisen und Getränke auf echtem Geschirr und vermeiden Sie Einweg-Lösungen aus Pappe und Plastik. Das schont die Umwelt – und Abwaschen ist deutlich günstiger als Einweg-Geschirr zu kaufen. Tipps hierzu finden Sie in unserem Flyer ‘Feste feiern ohne Müll’.

Alte Handys verkaufen oder verschenken

Der durchschnittliche Produktlebenszyklus eines Mobiltelefons liegt derzeit bei 1,5 Jahren. Doch was passiert mit den ausgemusterten Modellen? Angeblich verstauben Millionen alte Handys in den Schubladen. Bis zu 120 Millionen könnten es nach neuesten Schätzungen sein, die in Deutschland ungenutzt herumliegen. Alte funktionsfähige Handys kann man auf Online-Börsen verkaufen oder kostenlos bei der Althandyinitiative der Deutschen Umwelthilfe in Kooperation mit der Telekom einsenden (auch defekte Geräte). » Näheres hierzu erfahren Sie bei den verschiedenen aktuellen Handy-Sammelaktionen im Netz.

Akkus nutzen und leere Batterien zurückgeben

Pro Jahr werden nur ein Drittel der verkauften Batterien wieder zurückgegeben. Der Rest wird, trotz Verbot, über den Hausmüll entsorgt, wodurch schädliche Stoffe wie Nickel, Cadmium und Quecksilber freigesetzt werden. Daher sollten Sie am besten Akkus oder Geräte mit Stromanschluss benutzen.

Zeit für einen Windelwechsel

Windelflyer
Ein Kind, das 2,5 Jahre mit 5 Windeln am Tag gewickelt wird, braucht alleine 4.560 Windeln. So fallen im Landkreis Tübingen jährlich gut 9 Millionen Einwegwindeln an, was etwa 2000 Tonnen Restmüll entspricht. Machen Sie mit beim Windelprojekt des Landkreises Tübingen – Clever wickeln wird belohnt.

Was fehlt?

Sagen Sie uns, was in punkto Abfallvermeidung noch wichtig wäre.

Lass los – auch wenn es wehtut. Entsorge deinen E-Schrott jetzt!

Mehr als 20 Kilogramm Elektroschrott fallen allein in Deutschland pro Person im Jahr an, bestehend aus alten Handys, PCs, Kühlschränken und vielem mehr. Bei 83 Millionen Menschen ist das ein riesiger Müllberg, den wir entsorgen müssen. Beim Sammeln und richtigen Entsorgen von Elektro-Altgeräten müssen alle mitmachen, denn ein großes Problem besteht im Horten von Altgeräten – so lagern bspw. in den Kellern und Schubläden der deutschen Bevölkerung schätzungsweise 200 Millionen Alt-Handys.

Dazu sagt die ehemalige Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Kaputte Elektrogeräte sind ein echter Schatz. Sie enthalten Rohstoffe, die in neuen Geräten gute Dienste leisten können. Metalle und Seltene Erden, die wir aus Elektroaltgeräten gewinnen, müssen nicht am anderen Ende der Welt aus der Erde gebaggert werden. Je mehr Elektroaltgeräte gesammelt und Rohstoffe hochwertig recycelt werden, desto besser verhindern wir unumkehrbare Schäden für Mensch und Natur. Ressourcenschutz ist auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen so einfach wie möglich Elektroaltgeräte entsorgen können, z.B. beim Wocheneinkauf. Es gibt bereits viele Rückgabemöglichkeiten bei kommunalen Stellen. Ab Mitte 2022 werden auch bestimmte Supermärkte und Discounter zur Sammelstelle.“

In eine ähnliche Richtung argumentiert Alexander Goldberg, Vorstand der stiftung elektro-altgeräte register (stiftung ear): „Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen wie auch die Wiedergewinnung wertvoller Rohstoffe aus richtig recycelten Elektro-Altgeräten sind elementar für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Abfallvermeidung durch Weiter- bzw. Wiederverwendung noch funktionstüchtiger oder reparierbarer Elektrogeräte ist essenziell; genauso wichtig ist aber eine richtige Sammlung und Entsorgung von Elektrogeräten, wenn diese endgültig Abfall werden.“

Die Generalbevollmächtigte der ear Dr. Andrea Menz erklärt weiter: „Wenn die Geräte nicht mehr benötigt, nicht mehr repariert oder weiterverschenkt werden können, sind sie E-Schrott und sollten korrekt entsorgt werden. Ob auf dem Wertstoffhof oder im Handel – es gibt viele Rückgabemöglichkeiten.“ Jeder und jede kann einen Beitrag für eine nachhaltige Zukunft leisten und dazu gehört auch, sich von den geliebten Altgeräten zu trennen und loszulassen.

(Quelle: Pressemitteilung der “stiftung elektro-altgeräte register” vom 08.11.2021)

Weitere Informationen gibt es unter https://e-schrott-entsorgen.org/.

Über die stiftung ear:
Die stiftung elektro-altgeräte register (stiftung ear) registriert die Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten und koordiniert die Bereitstellung der Sammelbehälter sowie die Abholung der Altgeräte bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern in der Bundesrepublik Deutschland.
Hierfür hat das Umweltbundesamt der stiftung ear hoheitliche Aufgaben aus dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) übertragen.

Sauberer Bioabfall – mach mit!

Was passiert mit unseren Bioabfällen und wie wichtig und wertvoll ist deren Anwendung in der Landwirtschaft? Die Gütegemeinschaft Kompost Region Süd e.V, hat einen anschaulichen Infofilm (www.sauberer-bioabfall.de) zur getrennten Sammlung von Bioabfällen produziert den wir Ihnen gerne vorstellen möchten.

Viele Informationsmaterialien über die Sammlung von Bioabfällen enthalten keine oder unzureichende Informationen über den Verbleib der Bioabfälle, deren Behandlung und letztendliche dessen Anwendung in der Landwirtschaft.

Die saubere Erfassung des Bioabfalls ist von großer Bedeutung für Aufbereiter und Anwender. Die positive Wirkung von Kompost auf Bodenleben und -Stabilität, CO2-Bindung und Erosionsschutz wird ebenfalls erläutert.

Eine wichtige Voraussetzung für die Anwendung der Produkte ist, dass möglichst keine Fremdstoffe in den Düngemitteln enthalten sind. Der Gehalt von Fremdstoffen (bspw. Kunststoffe) kann von den Abfallbehandlungsanlagen und den Anwendern nur bedingt beeinflusst werden. Verursacher sind i.d.R. Regel leider die Bürger.

Der Infofilm veranschaulicht den gesamten Weg des Bioabfalles bis zur Anwendung des produzierten Kompostes, als organisches Düngemittel zur Produktion von Lebensmitteln, für die eigene Verwendung.

Plastikverpackungen: Abschied nehmen vom Einweg

Haben Sie schon einmal von einem „Brand Audit“ gehört? Das ist eine Aufräumaktion an einem bestimmten Ort, wo Plastikmüll gesammelt, sortiert und nach Firmen gezählt wird. So lässt sich zeigen, welcher Müll die Umwelt verschmutzt. Durch solche Maßnahmen könne die Aufmerksamkeit öffentlich auf die eigentlich Verantwortlichen der Plastikflut gelenkt werden, auf die Unternehmen nämlich, heißt es in „Pack aus! Plastik, Müll und Ich“, einem kostenlosen Sachbuch der Heinrich-Böll-Stiftung für Menschen ab 12 Jahre.

Im Sommer 2020 sollen fast 15 000 Freiwillige aus Gemeinden, Schulen, Jugendgruppen und Umweltverbänden in 55 Ländern bei 575 Brand Audits mitgemacht haben. Sie haben 346 494 Plastikmüll-Einzelteile gesammelt. Davon waren fast zwei Drittel Lebensmittelverpackungen: vor allem Kaffeebecherdeckel und Portionstütchen für Ketchup oder Ähnliches. Neben 63 972 dieser kleinen Tütchen wurden auch 50 968 Plastikflaschen eingesammelt.

Kein Wunder, denn der Kunststoffverbrauch unter den Lebensmittelverpackungen ist bei Getränken am größten. Das liege vor allem an der Dominanz von PET-Flaschen, besonders im Einwegbereich, heißt es aus dem Forschungsprojekt Innoredux der Stadt Heidelberg. Demnach ist im Zeitraum von 2003 bis 2013 die PET-Flaschen-Quote im Haushaltskonsum sogar gestiegen – von 43 auf 76 Prozent.

Dabei gilt die Recyclingquote in Deutschland als vorbildlich. Sie beziffere aber nur den Beginn des Prozesses, so die Forscher, aber nicht die Frage, ob tatsächlich wieder neue Produkte aus dem recycelten Material hergestellt werden. „Von 5,2 Millionen Tonnen Endverbraucherabfall aus Plastik konnten 2017 nur 15,6 Prozent zu Rezyklat zur Herstellung von Kunststoffprodukten wiederverwendet werden. Der Rest wurde energetisch verwertet oder exportiert.“ Verpackungsvermeidung ist also immer noch der beste Weg, um die Umwelt zu schonen.

Der unverpackte Einkauf ist aber oft eine große Umstellung. Einige stürzen sich mit Eifer aufs neue Einkaufsumfeld, andere fühlen sich überfordert, und manche haben Berührungsängste mit dieser ungewohnten Art des Einkaufens. Daher hat der Unverpackt-Verband einen Leitfaden herausgegeben – ein Handbuch, das alle Fragen rund um das unverpackte Einkaufen beantworten soll. Grob läuft es so: Zunächst den mitgebrachten, leeren Behälter wiegen, das Leergewicht (Tara) notieren, dann je nach Wunsch befüllen und schließlich das Füllgewicht (minus Tara) an der Kasse zahlen. Sollten Sie keinen Unverpackt-Laden in Ihrer Nähe haben, können Sie viele der Tipps auch beim Einkauf im (Bio-)Supermarkt um die Ecke anwenden, heißt es im 50-seitigen Leitfaden.

Den Leitfaden erhalten Sie als PDF unter https://unverpackt-verband.de/assets/files/Leitfaden-unverpacktes-Einkaufen-Doppelseiten-reduziert.pdf
Das Buch Pack aus! Plastik, Müll und ich steht für Sie kostenlos zum Download (88 S.) bereit unter https://www.boell.de/de/pack-aus-plastik-muell-und-ich

Tipps für verpackungsarmes Einkaufen:

1Wiederverwendbare Behälter mitnehmen. Nutzen Sie für Ihren Einkauf Mehrwegtaschen, Stoffbeutel, Einkaufsnetze, Transportboxen etc.

2. Verpackungsarme und -freie Angebote wählen. Kaufen Sie so minimal verpackt wie möglich, z.B. Großgebinde statt Einzelverpackungen. Oder gänzlich unverpackt, z.B. loses Obst und Gemüse; oder Brot gleich in den mitgebrachten Beutel.

3Obst und Gemüse schmecken frisch besser. Eine Plastikhülle schützt zwar so manches Gemüse vor frühzeitigem Verderben und Beschädigung beim Transport. Denn ohne angemessene Verpackung würden z.B. Gurken oder auch Brokkoli schnell viel Wasser verlieren. Doch um Plastik zu reduzieren, sollte man lieber zu unverpackten Gurken greifen, auf Regionalität und Saisonalität achten, auf die richtige Lagerung (ca. 12 Grad) und die Gurke schnell verzehren.

4. Unverpackt ist schön verpackt. Es gibt mittlerweile viele Ladenketten, die bereits ein gutes Angebot an unverpackten Produkten anbieten (z.B. https://www.unverpackt.de/ in Karlsruhe). Bringen Sie einfach Beutel und leere Gefäße mit und fragen Sie nach, ob Sie Produkte wie Käse, Fleisch, Müsli und mehr ohne Plastik in die mitgebrachten Behälter packen dürfen. Hier finden Sie eine deutschlandweite Online-Karte für den plastikfreien Einkauf: https://www.bund.net/themen/chemie/achtung-plastik/plastikfasten/plastikfrei-einkaufen/

5. Machen Sie aus Einweg Mehrweg. Beispiel Brötchentüte: Die können Sie sicherlich noch einmal für die nächsten Schrippen verwenden. Also: Saubere Einwegverpackungen einfach mehrmals nutzen.

6Trinkflasche immer dabei. Für Getränkeverpackungen ist der Kunststoffverbrauch am größten. Das liegt vor allem an der Dominanz der PET-Flaschen, besonders im Einwegbereich. Gute Alternative: Nehmen Sie für unterwegs eine eigene Trinkflasche zum Wiederauffüllen mit.

7Pfand-Rückgabesysteme nutzen. Kaufen Sie Pfand- und Mehrwegprodukte regionaler Systeme, z.B. für Getränke, Joghurtgläser und Milchflaschen. Bringen Sie sie möglichst schnell wieder zurück, um viele Umläufe zu erreichen.

(Artikel aus „Umweltbriefe (Ausgabe 06/2021)“ / Autor: Tim Bartels)

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